Weissbuch 2002 - IT-Marktreport Schweiz

Männedorf, 29. Januar 2002. Der Branchenkenner Robert Weiss stellt in Zürich sein 13. Weissbuch den Medien und Bracheninsidern vor. Das Weissbuch gilt als bekannter und akzeptierter Marktreport in der Schweiz, der alle Details und Analysen des PC- und des IT-Marktes, d.h. PC, PDA, Display, Drucker, Server und Storage-Systeme, beinhaltet.
Ganz im weltweiten Trend des erstmalig starken Marktrückganges für die Stückzahlen und den Umsatz hat erwartungsgemäss der "PC-Winter" auch bei uns Einzug gehalten. Der Absatz von 1'057'000 Einheiten und der Umsatz von 2.626 Mrd. Fr. (Desktop und mobile Systeme) entspricht einem Stückzahlen-Verlust von 3.2% und einem Umsatz-Rückgang von 6.4%. Signifikant verloren haben vor allem die drei wichtigsten Anbieter im Business-Segment Compaq, IBM und HP. Der Direktanbieter Dell hat mit ihrer erfolgeichen Tiefpreisphilosophie im Markt den grössten Sprung nach vorne auf Platz 2 gemacht. Weiter sind im Assemblierer-Segment Veränderungen zu höheren Stückzahlen feststellbar.

Im neuen Weissbuch 2002 wird erstmals eine Aufteilung in den PC-Markt, dieser umfasst die Desktop-Geräte und die mobilen Systeme sowie die Peripherie (Drucker, Displays und PDA) und in den IT-Markt, dazu gehören die Server und die Storage-Produkte, vorgenommen. Deshalb wurden auch die letzjährigen Zahlen entsprechend angepasst, da diese ja noch den Intel-Server-Anteil beinhalteten. Das allgemeine Zustandsbild der PC-Branche hat sich 2001 in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäss stark verändert: Der Desktop-Business-Bereich
(-7.4%) ist weiterhin rückläufig und auch der mobile Business-Bereich (-19.0%) verzeichnet eine hohe Einbusse. Der Desktop-Home-Bereich (+0.4%) liegt auf dem Vorjahresniveau und der mo-bile Home-Bereich (113.2%!) hat dank immer interessanterer Angebote extrem zugelegt.

Die Durchschnittspreise haben sich in allen Kategorien nach unten verschoben, im Desktop-Bereich viel weniger als im Notebook-Bereich.
Desktop-Maschinen im Businesseinsatz büssten auf Enduser-Basis rund 2.2% ein. Der Durch-schnittspreis lag bei 2'179 Fr. Mit einem Rückgang von 1.9% verloren die Homegeräte weit weniger, sie kosteten durchschnittlich rund 1'813 Fr. Die mittleren mobilen Systempreise gingen mit 13.9% im mobil Business-Segment und 12.9% im mobilen Home-Bereich sehr deutlich zurück und erklären damit teilweise auch das hohe Stückzahlenwachstum im Home-Segment.
Alle Segmente Desktop und Mobil mussten mit den obigen Rahmenbedingen im Umsatz Einbus-sen in Kauf nehmen. Im gesamten Gerätemarkt, ohne Peripherie und Software, resultierte daraus ein Umsatzrückgang von rund 6.4%, was 2.526 Mrd. Fr. entsprach.

Die Top-5-Anbieter Compaq, Dell, Fujitsu Siemens, HP und Apple verloren zusammen 4.4% an Marktanteilen und decken damit 52.6% des Totalmarktes ab. IBM rutschte hinter Apple auf Position sechs ab, obwohl auch Apple einen Stückzahlenrückgang von 13.4% ausweisen musste (schwache Nachfrage nach iMacs, starke Nachfrage nach mobilen Produkten).
Unter den veränderten Umständen - Stagnation im Business-Bereich und Verluste der Topan-bieter Compaq, HP und IBM - konnten sich die Assemblierer entsprechen erfolgreich positionieren. Sie bauten im Jahr 2001 rund 1237'000 Geräte zusammen, was einem Anteil am Gesamtmarkt von 24.7% entspricht. Dies sind 47'000 Systeme mehr als im Jahr 2000. Die Assemblierer verzeichneten vor allem im Desktop-Bereich einen ungewohnt hohen Anteil an Systemen im Home-Markt.

Umsatzbetrachtungen im IT-Umfeld
Der Gesamtumsatz, d.h. der Umsatz der Grundhardware, der Software, der Peripherie und der Add-On-Einheiten, ist gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen, obwohl der PC-Umsatz zurückging. Entscheidend waren die Umsatzsteigerungen im Intel-Serverumfeld und bei der Peripherie. Für das gesamte PC-Umfeld resultierte 2001 ein Wert von 6.4 Mrd., dies entspricht einem Anstieg von 8.5%.
Zu diesem Umsatz trugen die PDAs rund 125 Mio. Fr. (Wachstum 14.7% trotz Stückzahlenrückgang aber höheren Durchschnittspreisen -> Farbgeräte), die Displays 789 Mio. Fr. (Wachstum 16.2%, leicht höhere Stückzahlen, aber viel mehr TFT mit höheren Preisen) und die Drucker 461 Mio. Fr. (Wachstum 31.3%, höhere Farblaseranteil, Kombigeräte und vermehrt teurere Netzwerkdrucker) bei.
Intelbasierende Server verzeichnen einen Umsatz von 761 Mio. Fr. (Wachstum 15.7%). Das gesamte Server-Umfeld (Highend, Midrange, Lowend und Add-ons) erzielte einen Umsatz von 2.04 Mrd. Fr. Das erstmals etwas genauer betrachtete Storage-Umfeld (DAS, NAS, SAN und Services) umfasst einen Umsatz von 1.12 Mrd. Fr. und kann mit einer jährlichen Umsatzsteigerung von rund 20% rechnen, womit es zu den am stärksten wachsenden Segmenten im gesamten IT-Umfeld zählt.
Integriert man die obigen Umsatzzahlen in den gesamten IT-Umsatz (Hardware, Software und Dienstleistungen) in der Schweiz, so resultiert ein Umsatz im letzen Jahr von rund 18.85 Mia Fr.

Die Top-10 teilweise umgekrempelt
Marktleader im totalen PC-Markt mit einem um 25.5% geringerem stückzahlenmässigen Marktanteil von 16.2% (179'994 Einheiten) ist nach wie vor Compaq. Dell als neue Nummer 2 rückt mit einem Wachstum von 53.6% (139'500 System) aber bedrohlich nahe. Mit einem Wachstum von 8.1% (94850 Einheiten) etablierte sich Fujitsu Siemens Computer (FSC) auf Rang 3. HP konnte Rang 4 "verteidigen", obwohl auch dieser Mainplayer einen Rückgang von 12.7% (75'484 Systeme) hinnehmen musste. Trotz einem negativen Wachstum (-13.4%, 79'484 Einheiten) konnte sich Apple um eine Position auf Platz 5 verbessern. Der grosse Verlierer im PC-Umfeld ist IBM. Der vorjährige Coleader stürzte mit einem Rückgang von 29.6% (64460 Einheiten) auf Rang 6 ab, dies sicher auch die Folge vom totale Rückzug aus dem Home-Segment. Acer konnte mit 2.0% Wachstum seinen Platz 7 halten. Die Plätze 8 und 9 haben Maxdata (Wachstum 6.4%) und Simeco (Rückgang der Eigenmarken: 24.7%) getauscht. Sony konnte mit einem hohen Wachstum von 24.6% - zurückzuführen auf die erfolgreiche mobile Vaio-Linie - Toshiba aus den Top-10 verdrängen.

Gesamtinstallationen in der Schweiz
Werden die Zahlen der letzten Jahre, auch unter Berücksichtigung der in den Vorjahren entsorgten Geräten, aufkumuliert, so lässt sich errechnen, dass Anfangs 2002 in der Schweiz rund 4'940'000 PCs im Einsatz standen (Entsorgungsrate rund 17%). An den Arbeitsplätzen sind rund 2'080'000 PCs im Einsatz, womit 73% der Erwerbstätigen einen Computer am Arbeitsumfeld zur Verfügung haben. Die Zahl liegt etwas unter dem Vorjahreswert, was mit Arbeitsplatzabbau und Firmenschliessungen im .com-Umfeld zu erklären ist. Mobile Systeme, welche nicht zu den Arbeitsplatzgeräten gerechnet werden, wuchsen mit 24.7% deutlich (1'060'000 Einheiten).
Im Home-Segment ist die installierte Basis an Geräten im Haushalt um 2.9% auf 1'800'000 Einheiten angestiegen.

Autor und Bezugsquelle
Die umfassende Studie mit allen Detailzahlen, welche über 200 Seiten umfasst, kostet 2'800 Fr. Zusammenfassung und Einzelauswertungen sind ebenfalls erhältlich.

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