Das auffallendste Highlight im schweizerischen PC-Markt 2000 ist die Tatsache, dass zwar wiederum über eine Million PCs verkauft wurden, gleichzeitig aber die fünf wichtigsten Anbieter gesamthaft Marktanteile abgeben mussten. Der Absatz von 1'107'000 Einheiten entspricht einem stückzahlenmässigen Marktwachstum von nur geringen 7.2% gegenüber dem Vorjahr. Im mobilen Marktsegment stieg der Umsatz erstmals über die Ein-Milliarden-Grenze.

Das allgemeine Zustandsbild der PC-Branche hat sich 2000 in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr verändert: Der Desktop-Business-Bereich ist erstmals rückläufig. Der gebremste Rückgang bei den Durchschnittspreisen, die Serverpreise stiegen sogar beträchtlich an, kompensierte das geringe Stückzahlenwachstum überproportional, daraus resultiert ein Umsatzwachstum von 7.2%. Bei den Desktop-Systemen zeigten sich im Business-Segment noch Spätfolgen des Y2K-Phänomens. Zudem verzögerte sich die Migration zu Windows 2000 in den Grossfirmen wie auch im SME- (Small Medium Enterprise) und im KMU-Umfeld. Weiter waren auf der Seite der Hardware keine grossen Innovationen feststellbar, so dass die Firmen keinen zwingenden Grund sahen ihre bewährten PCs am Arbeitsplatz ersetzen zu müssen. Die Folge dieser Überlegungen: Das Marktsegment der Desktop-Business-Geräte weisst rückläufige Stückzahlen auf und der Umsatz musste ebenfalls starke Einbussen hinnehmen.
Das Home-Segment, geprägt durch den Vertrieb über den Retail-Kanal, dagegen wuchs sowohl bei den Stückzahlen wie auch beim Umsatz stark an. In den letzten drei Jahren hat sich somit das Stückzahlenwachstum im Home-Segment immer zwischen rund 14 und 16 % eingependelt.
Die mobilen Systeme verzeichnen unangefochten das höchste stückzahlenmässige Marktwachstum. Da der Durchschnittspreis nur geringfügig zurückging, resultiert ein Umsatzwachstum von gegen 30%.
Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass sich das gesamte Stückzahlen-Wachstum mit 7.2% gegenüber dem Vorjahr halbierte, 1999 wurde noch ein Wachstum von 14.3% ausgewiesen.
Der Wachstumsverlust bei den Business-Desktop-Systemen lag bei 5.1%, im Vorjahr betrug das Wachstum in diesem Segment noch 7.6%.
Im Desktop-Home-Markt konnte sich das Stückzahlen-Wachstum mit 16.6% gegenüber der Vorjahresperiode um 2 Prozentpunkte verbessern.
Wachstumsleader in den Stückzahlen ist mit 31.7% Zuwachs einmal mehr das mobile Segment, welches von den Technologiesprüngen ­ SpeedStep-Technologie, schnellere mobile PIII-Prozessoren mit der neuen 0.18µm-Geometrie, was zu signifikanten Leistungsschüben und längeren Batterielebensdauer führte - wie auch von den lukrativen Preisen im Einsteiger-Segment profitierte.
Das Server-Segment blieb mit 9.5% deutlich unter dem Wachstum des Vorjahres wo 27.9% zu beobachten waren.
Die Durchschnittspreise haben sich in allen Kategorien, ausser bei den Servern, nach unten verschoben, allerdings mit sehr unterschiedlichen Veränderungen gegenüber der Vorjahresperiode.
Desktop-Maschinen im Businesseinsatz büssten auf Enduser-Basis rund 16.9% ein. Der Durchschnittspreis inkl. Monitor lag bei 2228 Franken. Mit einem Rückgang von 5.2% verloren die Homegeräte etwas weniger. Sie kosteten durchschnittlich noch rund 1848 Franken. Die mittleren mobilen Systempreise (3824 Franken) gingen mit 2.2% nur sehr gering zurück.
In beiden Segmenten, Home und Mobil, resultierte infolge des hohen Stückzahlenwachstums, ein Umsatzanstieg. Dieser beträgt 10.6% im Homemarkt (Umsatz 466 Millionen Franken gegenüber 421 Millionen Franken im Jahr 1999) und 28.8% im mobilen Markt (1'013 Millionen Franken gegenüber 786 Millionen Franken im Jahr 1999). Der Durchschnittspreis bei den Servern stieg um 60.7% auf 15'411 Franken an, was zu einem Umsatzwachstum von 75.9% (Umsatz: 658 Millionen) führte.
Im gesamten Gerätemarkt, ohne Peripherie und Software, war ein Umsatzwachstum von rund 7.2% zu beobachten. Dies bedeutet für das Jahr 2000 einen stolzen Umsatz von 3.356 Milliarden Franken.

Da die Top-5-Anbieter Compaq, IBM, Dell, HP und Fujitsu Siemens sich sehr stark im Desktop-Business-Segment mit entsprechend hohem Anteil an Projektgeschäften engagieren, ist es nicht verwunderlich, dass diese mit geringerem und teilweise sogar mit negativem (Compaq und IBM) Stückzahlen-Wachstum dastehen. Diese fünf Stückzahlen-Marktleader verzeichneten zusammen nur ein sehr geringes Wachstums von 0.7% und decken damit aber 56.0% des Gesamtmarktes an abgesetzten Stückzahlen ab.
Unter den veränderten Umständen ­ Stagnation im Business-Bereich - hatten teilweise die Assemblierer zu leiden. Sie bauten im Jahr 2000 rund 168'000 Geräte zusammen, was einem Anteil am Gesamtmarkt von 15.2% entspricht. Dies sind allerdings 11'000 Systeme weniger als 1999, der Rückgang beträgt daher 6.2%.

Merkmale des schweizerischen PC-Marktes

Der schweizerische PC-Markt ist wie im Vorjahr durch sieben wichtige und entsprechend marktrelevante Fakten gekennzeichnet. Einige zeigen den gleichen Trend auf, welcher bereits im Vorjahr zu beobachten war, andere haben sich ins Gegenteil gewandelt:
- Das Stückzahlenwachstum ist gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich zurückgegangen. Es liegt bei 7.2% gegenüber 14.3% in der Vorperiode. 2000 wurden 1'107'00 Systeme abgesetzt.
- Der PC-Umsatz, bezogen auf die reine Systemgrundkonfiguration inklusive Monitor, Tastatur und Betriebssystem aber ohne Software, Peripherie usw., stieg wieder stärker an. Er zeigte ein Wachstum von 7.2%, was einem Umsatz von 3.356 Milliarden Franken entspricht.
- Der mittlere Systempreis hat, wie nicht anders zu erwarten war, erneut nachgelassen und ging in allen untersuchten Marktsegmenten (ausser bei den Servern) allerdings mit sehr unterschiedlichen Werten zurück. Am stärksten büssten mit 16.9% die Business-Desktop-Systeme und mit 5.2% die Home-Systeme ein. Am wenigsten verloren die mobilen Systeme mit –2.2%. Die Server stiegen mit 60.7% sehr deutlich an.
- Die traditionelle Handelskanaltreue war 2000 zwar noch zu beobachten, lässt aber immer stärker nach. Der Grund für diese Aussage liegt beim Hersteller Dell mit seinem erfolgreichen Direktmodell. Das Resultat: Alle namhaften Hersteller planen den Direktverkauf übers Internet und verändern ihre Businessmodelle gegenüber den Händlern.
- Die wichtigsten Anbieter sind als die eigentlichen Verlierer zu sehen. Ihre Marktanteile liegen sowohl bei den Top-3 wie auch bei den Top-5 deutlich unter den Vorjahreswerten. Bei den Top-8 ist kein Wachstum feststellbar und bei den Top-10 resultiert mit 0.3% nur ein geringes Wachstum. - Infolge der Probleme im Business-Segment stieg das Stückzahlenwachstum der fünf grössten Anbieter, die ausschliesslich den Handelskanal nutzten (Direkte Anbieter), nur um rund 2.2% (Vorjahr: 23.7%). Dasjenige der fünf grössten direkten Anbieter wuchs dagegen um 20.2% (Vorjahr 15.2%).
- Die Assemblierer konnten ihre Stellung im hartumkämpften Markt nicht ganz verteidigen, sie büssten 6.2% ein. Die Assemblierer produzierten im letzten Jahr rund 168'000 Einheiten, was einen Anteil am Gesamtmarkt von 15.2% entspricht und um 1.8% Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert liegt.

Gebremstes Stückzahlenwachstum vor allem Im Business-Segment

Das abgesetzte PC-Markt-Volumen belief sich im Jahr auf rund 1'107'000 Geräte. Dies entspricht einer Stückzahlensteigerung von 7.2% gegenüber 1999. Damals wurden 1'033'000 Geräte abgesetzt, und der Zuwachs betrug 14.3% im Vergleich zu 1998.
Im letzten Jahr wurden 799'5000 Desktop-Systeme im Markt plaziert (Steigerung gegenüber 1999 von 8% bzw. 6'500 Einheiten) und die Server-Systeme legten um 9.5% bzw. 3'700 Server auf 42'700 Einheiten zu. Die mobilen Systeme stiegen um 31.7 Prozentpunkte von 201'000 auf 264'800 Einheiten. Das Home-Segment legte mit 16.6% auf 251'900 Einheiten deutlich stärker zu als das Business-Segment, welches 5.1 Prozentpunkte verlor (547'600 Geräte).

Höhere Umsätze trotz sinkender Durchschnittspreise

Der durchschnittliche End-User-Preis eines PCs (Grundgerät mit Monitor, Tastatur und Betriebssystem) lag bei 3032 Franken (1999: 3030 Franken) und der Umsatz bei 3.356 Milliarden Franken. Der Wert in den einzelnen Kategorien (Desktop-Systeme, Server-Systeme und mobile Systeme) und Einsatzgebieten (Business-Segment und Home-Segment) hat sich unterschiedlich nach unten entwickelt.
Der Desktop-Durchschnittspreis ist von 2480 Franken auf 2108 Franken gefallen. Das geringe Stückzahlenwachstum von 8.0% führte deshalb zu einem Umsatzrückgang von 14.3% auf 1.686 Milliarden Franken.
Die Server-Systeme stiegen im Durchschnittspreis mit 60.7% signifikant an. Mit einem Stückzahlenwachstum von 9.5% resultierte ein entsprechender Umsatzzuwachs von 75.9%. Der Umsatz stieg von 374 Millionen Franken auf 658 Millionen Franken.
Mobile Systeme verzeichneten einen Umsatzgewinn von 28.8 Prozentpunkte und erzielten einen Umsatz von 1.103 Milliarden Franken (Vorjahr 786 Millionen Franken) und überschritten erstmals die Ein-Milliarden-Grenze. Der Durchschnittspreis hat sich nur gering von 3910 Franken um 2.2% auf 3824 Franken verringert. Diese geringe Abnahme und das höchste Stückzahlenwachstum von 31.7% (Vorjahr 34.9%) ergaben das hohe Umsatzwachstum.
Das Business-Segment büsste mit 21.1% Verlust rund 326 Millionen Franken ein und liegt nun bei 1.220 Milliarden Franken. Der Durchschnittspreis reduzierte sich dabei von 2680 Franken auf 2228 Franken, woraus ein Rückgang von 16.9% resultierte.
Im Home-Segment dagegen stieg der Umsatz um 10.6%, obwohl der Durchschnittspreis um 5.2% zurückging. So wurden 466 Millionen Franken umgesetzt und der Durchschnittspreis verringerte sich von 1950 Franken auf 1848 Franken.

Totalmarkt:

Der Gesamtumsatz, d.h. der Umsatz der Grundhardware, der Software, der Peripherie und der Add-On-Einheiten, ist gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich angestiegen. 1999 Jahr wurden rund 2.520 Milliarden Franken für Software, Peripherie, Komponenten und Netzwerk ausgegeben. Im letzten Jahr waren es 2.544 Milliarden Franken. Dies bedeutet ein Wachstum von 1.0%. Für das gesamte PC-Umfeld resultierte 1999 ein Wert von 5.650 Milliarden Franken und im Jahr 2000 ein um 4.4% höherer Wert von 5.900 Milliarden Franken.

PDA-Markt:

Zu diesem Umsatz trugen die PDAs rund 109 Millionen Franken (Vorjahr 80 Millionen) bei, was bei 183'563 verkauften Einheiten (Vorjahr 115'000) einem Durchschnittspreis von 594 Franken (Vorjahr 696 Franken) entspricht.

Displaymarkt:

Der Gesamtumsatz bei den Displays lag im Jahr 2000 bei 679 Millionen Franken (Vorjahr 745 Millionen). Es wurden über alle Technologien gesehen 737'600 Einheiten (Vorjahr 722'000) mit einem Durchschnittspreis von 920 Franken (Vorjahr 1035 Franken) abgesetzt.

Druckermarkt:

Der Gesamtumsatz bei den Druckern betrug letztes Jahr 351 Millionen Franken (Vorjahr 403 Millionen). über alle Druck-Verfahren gesehen wurden 591'200 Einheiten (Vorjahr 542'200) mit einem Durchschnittspreis von 594 Franken (Vorjahr 742 Franken) im Markt platziert.

Die Top-5 mit Wachstumsproblemen

Marktleader im totalen PC-Markt mit einem um 8.5% geringerem stückzahlenmässigen Marktanteil von 22.4% ist unangefochten Compaq, gefolgt von IBM mit 8.7%, Dell mit 8.5% und HP mit 8.3%. Sowohl Compaq wie IBM setzen im Jahr 2000 weniger Systeme im Markt ab als 1999. Compaq, mit einem Rückgang von 1.9%, setzte 247'481 Einheiten ab. IBM mit einem Rückgang von 4.5% erreichte 96'500 Geräte. Auf Rang 3 etabliert hat sich Dell und erreicht mit einem für Dellverhältnisse geringem Wachstum von47.5% ein Stückzahlenvolumen von 94'531 Einheiten; daraus resultiert ein Marktanteil von 8.5%. Platz 4 erreichte HP mit 91'726 verkauften Einheiten was einem Wachstum von 3.6% entspricht (Marktanteil 8.3%). Auf Rang 5 steht wie im Vorjahr Fujitsu Siemens und erzielte mit einem Wachstum von 4.2 Prozentpunkten 89'316 Einheiten was einem Marktanteil von 8.1% entspricht. Apple hat Platz 6 behalten und verzeichnet ein sehr hohes Stückzahlenwachstum von 28.8%. Apple steigerte sich dank der erfolgreichen iMacs und iBooks von 67’300 auf 86'700 Einheiten. Acer verzeichnete mit 31.8% erneut ein massives Wachstum. Die 63'291 abgesetzten Einheiten, davon 38'955 mobile Systeme, brachten eine Steigerung des Marktanteils von 4.6% auf 5.7%. Auf Rang 8 hat sich Microspot etabliert. Mit einem Stückzahlenwachstum von 51.7% konnte ein Markanteil von 4.2% realisiert werden. Mit einem Wachstum von je 4.3% haben sich Maxdata (Rang 9) und Toshiba (Rang 10) ihren Platz unter den Top-10 gesichert.

Gesamtinstallationen in der Schweiz

Werden die Zahlen der letzten Jahre, auch unter Berücksichtigung der in den Vorjahren entsorgten Geräten, aufkumuliert, so lässt sich errechnen, dass Anfangs 2001 in der Schweiz rund 4'700'000 PCs sich im Einsatz zu bewähren hatten. Bei der Berechnung dieser Zahl wurde bis vor zwei Jahren von einer jährlichen «Entsorgungsrate» von 10% gegenüber dem kumulierten Vorjahreswert ausgegangen. Infolge des starken Anstiegs an entsorgten Geräten bei den Entsorgungsfirmen und dem gratis Export von alten PCs seitens verschiedener Large Accounts in Länder wie Polen, Bulgarien, Rumänien, Tschechei und in den afrikanischen Kontinent, wurde in den letzten beiden Jahren bei der aktuellen Berechnung ein Wert von 15% angenommen. An den Arbeitsplätzen sind rund 2'100'000 PCs im Einsatz, womit 73% der Erwerbstätigen einen Computer am Arbeitsumfeld zur Verfügung haben. Geht man von 3'000'000 Erwerbstätigen aus, so kommen auf 1000 von ihnen rund 730 PCs, im Vorjahr waren es noch 670 Einheiten. Die Entsorgungsrate für 2000 beträgt hier 21%. Arbeitsplatzgeräte machen 44.7% der gesamten installierten Basis aus. Die Analyse zeigt zudem, dass an den Arbeitsplätzen ein Wachstum von nur 5% feststellbar ist. Mobile Systeme, welche nicht zu den Arbeitsplatzgeräte gerechnet werden, wuchsen mit 21.4% deutlich stärker. In Stückzahlen ausgedrückt bedeutet dies ein Anstieg von 700'000 auf 850'000 Einheiten. Die Entsorgungsrate ist hier mit11% etwas geringer. Mobile Systeme haben eine viel längere Einsatzlebensdauer und somit eine kleinere «Entsorgungsrate». Der Anteil der mobilen Systeme an den Gesamtinstallationen beträgt 18.1%. Von den mobilen Systemen dürften rund 720'000 Einheiten im professionellen Umfeld im Einsatz stehen. Daraus lässt sich errechnen, dass das gesamthafte Business-Umfeld in der Schweiz rund 2'820'000 PCs umfasst, was einem Anteil von 60% der gesamten Installationsbasis entspricht. Im Home-Segment ist die installierte Basis an Geräten im Haushalt um 9.4% von 1'600'000 auf 1'750'000 Einheiten angestiegen. Die Entsorgungsrate in diesem Segment entspricht 6%.

© Robert Weiss Consulting 7.2.2001