Das auffallendste Highlight im schweizerischen PC-Markt 1999 ist die Tatsache, dass erstmals über eine Million PCs verkauft wurden. Der Absatz von 1'033'000 Einheiten entspricht einem stückzahlenmässigen Marktwachstum von 14.3% gegenüber dem Vorjahr.

Das allgemeine Zustandsbild der PC-Branche hat sich 1999 in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr nicht stark verändert. Der gebremste Rückgang bei den Durchschnittspreisen (ausser bei Servern) kompensierte das sinkende Stückzahlenwachstum, was zu einem stagnierenden Umsatz führte. Bei den Desktops konnte das Business-Segment als Folge des Y2K-Phänomens weit weniger stark zulegen als das Home-Segment, welches vor allem im Q4 ein drastisches Wachstum aufweist. Die mobilen Systeme verzeichnen mit Abstand das höchste Marktwachstum gefolgt von Servern.
Die Detailanalyse zeigt deutlich, dass das Jahr 2000-Problem einen starken Einfluss auf das Marktgeschehen ausübte, allerdings doch weit weniger gravierend als anfangs 1999 angenommen wurde.
Der Markt zeigt, dass mit 14.3% die Stückzahlen ein geringeres Wachstum gegenüber dem Vorjahr, welches damals bei 20.2% lag, ausweisen. Sowohl der starke Zuwachs 1998 im Business-Segment von 21.4% wie auch der drastische Rückgang 1999 auf 7.6% lässt sich mit der Jahr 2000-Problematik erklären. Viele Unternehmungen hatten bereits 1998 damit angefangen ihre älteren PC-Generationen durch die neusten Y2K-sicheren Technologien zu ersetzen. Diese Auswechslungsprozedur wurde bis Ende 1998 abgeschlossen. Dies führte dazu, dass im Businessbereich das Wachstum im Q1 und Q2 gegenüber dem Vorjahr einbrach. Im Q3 stieg dann allerdings das Wachstum wiederum stark an - man hatte in den meisten Unternehmungen das Y2K-Problem im Griff und gab so Budgets für neue Endgeräte frei - um im Q4 wieder stark abzufallen. Scheinbar wurde das mobile Seg-ment vom Y2K-Trubel völlig verschont. Dort spielten vor allem die Lieferengpässe bei einigen wichtigen Lieferanten (z.B. Toshiba während des ganzen Jahres, Compaq im Q4) eine grosse Rolle, andere Anbieter konnten davon stark profitieren (z.B. Acer und Dell), da diese in der Lage waren die Versorgungslücken problemlos zu füllen.
Im Homemarkt konnte sich das Wachstum mit 14.6% gegenüber der Vorjahresperiode um 0.3 Prozentpunkte verbessern. Vor allem das sehr starke Q4 (Weihnachtsgeschäft) trug wesentlich dazu bei, dass sich das Home-Segment etwas erholen konnte.
Wachstumsleader ist mit 34.9% Zuwachs einmal mehr das mobile Segment, welches von den Technologiesprüngen - neue Prozessoren mit "Cache on Die" und 0.18µm-Geometri - zu signifikanten Leistungsschüben führte, jedoch auch von den lukrativen Preisen im Einsteiger-Segment profitieren konnte.
Die Durchschnittspreise haben sich in allen Kategorien nach unten verschoben, allerdings nicht mehr so stark wie in der Vorjahresperiode. Der Bremseffekt bei den Durchschnittspreisen ist vor allem mit dem Einsatz des neuen Pentium III Prozessors, welcher ab April/Mai in vielen Geräten zu deutlich höheren Preisen gegenüber dem Vorgänger Pentium II angeboten wurde erklärbar. Erst im Q4 wurde werbemässig wieder eine neue Tiefstpreisrunde kommuniziert.
Desktop-Maschinen im Businesseinsatz büssten auf Enduser-Basis rund 8.5% ein. Der Durchschnittspreis inkl. Monitor lag bei 2680 Franken. Mit einem Rückgang von 7.1% verloren die Homegeräte etwas weniger. Sie kosteten durchschnittlich noch rund 1950 Franken. Die mittleren mobilen Systempreise (3910 Franken) gingen mit 12.1% stark zurück. Dieser erneute hohe Preisrückgang ist vor allem mit den interessanten Angeboten aller Top-Hersteller im mobilen Einsteiger-Segment mit deutlich gesenkter Einstiegsschwelle erklärbar.
In beiden Segmenten, Home und Mobil, resultierte infolge des hohen Stückzahlenwachstums, ein Umsatzanstieg von 6.4% im Homemarkt (Umsatz 421 Millionen Franken) und 18.5% im mobilen Markt (786 Millionen Franken). Im gesamten Gerätemarkt, ohne Peripherie und Software, war wie im Vorjahr ein Umsatzwachstum von rund 2% zu beobachten. Dies bedeutet für das Jahr 1999 einen stolzen Umsatz von 3.130 Milliarden Franken.

Ein interessantes Merkmal des CH-Marktes liegt in der Tatsache, dass alle wichtigen Anbieter mit hohem Stückzahlenwachstum aufwarten konnten. Anders ausgedrückt: Der Schweizer kaufte vermehrt die bewährten Marken wie beispielsweise Geräte von Compaq, IBM, HP, Dell und Fujitsu Siemens. Diese fünf Stückzahlen-Marktleader verzeichneten zusammen ein Wachstum von 25% und deckten damit 59.7% des Gesamtmarktes ab. Diese Veränderung ist mit der Fusion von Siemens und Fujitsu erklärbar. Siemens lag 1998 noch auf Rang 7 und Fujitsu auf Rang 9. Dank dem Zusammenschluss entstand im Herbst 1999 ein wichtiger Mainplayer, welcher Apple vom 5. Platz verdrängen konnte. Die Differenz zwischen dem 3. und dem 5. Platz beträgt nur noch 1'800 Systeme, im Vergleich zum Vorjahr waren es noch 10'400 Systeme.

Unter diesen veränderten Umständen hatten teilweise die Assemblierer zu leiden. Sie bauten 1999 rund 179'000 Geräte zusammen, was einem Anteil am Gesamtmarkt von 18.3% entspricht. So wird immerhin jeder fünfte Desktop-PC der bei uns über den Ladentisch ging, auch in unserem Land assembliert. Das Wachstum bei den Assemblierern lag mit 4.5% deutlich unter demjenigen des totalen CH-Marktes.

Erwartetes gebremstes Stückzahlenwachstum als Folge des Y2K-Effektes

Das abgesetzte PC-Markt-Volumen belief sich 1999 auf rund 1'033'000 Geräte. Dies entspricht einer Stückzahlensteigerung von 14.3% gegenüber 1998.
1999 wurden 793'0000 Desktop-Systeme im Markt plaziert und die Server-Systeme legten um 27.9% auf 39'000 Einheiten zu. Die mobilen Systeme stiegen um 34.5 Prozentpunkte auf 201'000 Einheiten. Das Home-Segment legte mit 14.6% auf 216'000 Einheiten deutlich stärker zu als das Business-Segment mit 7.6% und 577'000 Geräten.

Sinkende Durchschnittspreise zeigen Einfluss auf die Umsätze

Der durchschnittliche End-User-Preis eines PCs (Grundgerät mit Monitor, Tastatur und Betriebssystem) lag noch bei 3030 Franken, der Umsatz bei 3.130 Milliarden Franken. Der Wert in den einzelnen Kategorien (Desktop-Systeme, Server-Systeme und mobile Systeme) und Einsatzgebieten (Business-Segment und Home-Segment) hat sich einheitlich nach unten entwickelt. Der Desktop-Durchschnittspreis ist auf 2480 Franken gefallen. Das Stückzahlenwachstum von 09.5% führte trotzdem zu einem kleinen Umsatzwachstum von 0.2% auf 1.967 Milliarden Franken.
Die Server-Systeme gingen im Durchschnittspreis mit 33.4% signifikant zurück. Mit einem Stückzahlenwachstum von 27.8% resultierte ein entsprechender Umsatzverlust von 14.8%. Der Umsatz ging auf 374 Millionen Franken zurück.
Mobile Systeme verzeichneten einen Umsatzgewinn von 18.5 Prozentpunkte und erzielten einen Umsatz von 786 Millionen Franken. Der Durchschnittspreis hat sich zwar um 12.1% auf 3910 Franken verringert, aber trotzdem wurde das höchste Stückzahlenwachstum von 34.9% erzielt.
Das Business-Segment büsste mit 1.5% Verlust rund 24 Millionen Franken ein und liegt nun bei 1.546 Milliarden Franken. Der Durchschnittspreis reduzierte sich dabei auf 2680 Franken, woraus ein Rückgang von 8.5% resultierte. Im Home-Segment dagegen stieg der Umsatz um 6.4%, obwohl der Durchschnittspreis um 7.1% zurückging. So wurden 421 Millionen Franken umgesetzt und der Durchschnittspreis verringerte sich auf 1950 Franken.
Der Durchschnittspreis liegt bei den Macintosh von Apple bei 4600 Franken (G3-PowerBooks und iBooks), im mobilen Segment bei 3200 Franken, bei den Business-Desktop-Geräten und bei 2050 Franken bei den sehr erfolgreichen iMacs.

Totalmarkt:
Der Gesamtumsatz, d.h. der Umsatz der Grundhardware, der Software, der Peripherie und der Add-On-Einheiten, ist gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich angestiegen. 1998 wurden rund 2.482 Milliarden Franken für Software, Peripherie, Komponenten und Netzwerk ausgegeben. Im letzten Jahr (1999) waren es 2.520 Milliarden Franken. Dies bedeutet ein Wachstum von 1.5%. Für das gesamte PC-Umfeld resultierte 1998 ein Wert von 5.550 Milliarden Franken und 1999 ein um 1.8% höherer Wert von 5.650 Milliarden Franken.

PDA-Markt:
Zu diesem Umsatz trugen die PDAs rund 80 Millionen Franken bei, was bei 115'000 verkauften Einheiten einem Durchschnittspreis von 696 Franken entspricht.

PC-Displaymarkt:
Der Gesamtumsatz bei den PC-Displays lag 1999 bei 745 Millionen Franken. Es wurden über alle Technologien gesehen 722'000 Einheiten mit einem Durchschnittspreis von 1035 Franken abgesetzt.

PC-Druckermarkt:
Der Gesamtumsatz bei den PC-Druckern betrug 1999 470 Millionen Franken. Es wurden über alle Druck-Verfahren gesehen 542'200 Einheiten mit einem Durchschnittspreis von 867 Franken im Markt platziert.

Gesamtinstallationen in der Schweiz

Werden die Zahlen der letzten Jahre, auch unter Berücksichtigung der in den Vorjahren entsorgten Geräten, aufkumuliert, so lässt sich errechnen, dass Anfangs 2000 in der Schweiz rund 4'300'000 PCs sich im Einsatz zu bewähren hatten. Bei der Berechnung dieser Zahl wird von einer «Entsorgungsrate» von 13% gegenüber dem kumulierten Vorjahreswert ausgegangen.
An den Arbeitsplätzen sind rund 2'000'000 PCs im Einsatz, womit 67% der Erwerbstätigen einen Computer am Arbeitsumfeld zur Verfügung haben. Geht man von 3'000'000 Erwerbstätigen aus, so kommen auf 1000 von ihnen rund 670. Die Entsorgungsrate für 1999 beträgt hier 21%. Arbeitsplatzgeräte machen 46.5% der gesamten installierten Basis aus.
Mobile Systeme, welche nicht zu den Arbeitsplatzgeräte gerechnet werden, wuchsen mit 27.3% deutlich stärker. In Stückzahlen ausgedrückt bedeutet dies ein Anstieg auf 700'000 Einheiten. Die Entsorgungsrate ist hier mit 9% etwas geringer. Der Anteil der mobilen Systeme an den Gesamtinstallationen beträgt 16.3%.
Von den mobilen Systemen dürften rund 570'000 Einheiten im professionellen Umfeld im Einsatz stehen. Daraus lässt sich errechnen, dass das gesamthafte Business-Umfeld in der Schweiz rund 2'570'000 PCs umfasst, was einem Anteil von 59.8% der gesamten Installationsbasis entspricht.
Im Home-Segment ist die installierte Basis an Geräten im Haushalt um 10.3% auf 1'600'000 Einheiten angestiegen. Die Entsorgungsrate in diesem Segment entspricht 5%. Unter dem Motto "Dem Kind den alten, dem Papi den neuen PC" sind vermehrt Haushaltungen auszumachen, die mehr als einen Home-PC beherbergen.

© Robert Weiss Consulting 1.2.2000