Das Zustandsbild der PC-Branche hat sich 1997 gegenüber dem Vorjahr in der Schweiz sehr stark verändert. Hoher Stückzahlenzuwachs und entsprechendes Umsatzwachstum bei den wichtisten Anbietern und Assemblierern zeichnen den Markt aus. Der Homemarkt konnte wieder zulegen und die Durchschnittspreise sind vor allem bei den mobilen Systemen und den Server-Systemen in die Höhe gewachsen, bei den Desktop-Systemen aber zurückgegangen. Die mobilen Systeme verzeichen das höchste Marktwachstum. Auch für das laufende Jahr können erfreuliche Aussichten prognostiziert werden.

Der Markt zeigt ein ungewohnt hohes Wachstum und lässt die Sättigungstendenz des Vorjahres schnell wieder vergessen. Das hohe Wachstum im Gesamtmarkt von 18.8% wiederspricht deutlich letztjährigen Prognosen. Vorallem das 4. Quartal, eswurden rund ein Drittel des Umsatzes und der Stückzahlen realisiert, führte zu diesem Marktanstieg.
Verloren die wichtigsten Hersteller 1996 erstmals an Boden, so legten sie 1997 deutlich zu und liegen über dem durchschnittlichen Marktwachstum. Betrachtet man das Business-Segment gesondert, so fällt der Zuwachs noch viel deutlicher aus.
Die Durchschnittspreise haben sich in den einzelnen Kategorien sehr unterschiedlich entwickelt. Server-Systeme legten signifikant zu, die mobilen Systeme waren im Schnitt für den Enduser auch erheblich teurer, dafür verzeichneten die Desktop-Modelle einen deutlichen Rückgang im durchschnittlichen Systempreis (PC mit Monitor und Tastatur). Die Aufsummierung dieser unterschiedlichen Entwicklungen ergeben einen erfreulichen Umsatzanstieg von 19.4%.
Interessant ist vorallem die Tatsache, dass sich das Käuferverhalten geändert hat. Im Home-Bereich ist eine hohe Preissensibilisierung feststellbar, der Durchschnittspreis stieg aber trotzdem um 18.6%, der Käufer erhält für sein Geld auch einiges: Soundkarte, Lautsprecher, Mikrofon, CD-ROM-Laufwerk und Modem sind integrale Bestandteile jedes Home-PC geworden. Im Business-Bereich dagegen zählen andere Kriterien: Netzwerkfähigkeit, Supportleistungen, Beratung und Qualität sind immer mehr gefragt.
Von diesem Umstand profitierten vorallem die kleineren Assemblierer, die den KMU-Markt als lukrative Marktlücke entdeckt haben. Als Solution-Provider suchen sie die Kundennähe und können so das notwendige Vertrauensverhältnis schaffen, welches zur effizienten Lösung von Kundenproblemen dringend notwendig ist. Wen verwundert es, dass aus diesen Überlegungen die schweizerischen PC-Assemblierer deutlich zulegen konnten und 1997 rund 157'000 Geräte zusammenbauten, was einem erstaunlichen Anteil von 20.9% des Gesamtmarktes entspricht.

Der schweizerische PC-Markt ist, wie bereits im Vorjahr, durch sieben wichtige und entsprechend marktrelevante Fakten gekennzeichnet:

    Das Stückzahlenwachstum ist gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen. Es liegt bei 18.8% gegenüber 3.9% in der Vorperiode. 1997 wurden 752'000 neue Geräte in unseren Markt gebracht.

    Der reine PC-Umsatz stieg um satte 19.4%, bezogen auf die reine Systemgrundkonfigurtion. Dies entspricht einem Umsatz von 2.953 Milliarden Franken.
    Der mittlere Systempreis hat sich sehr unterschiedlich entwickelt, derjenige der Desktop-Systeme ging zurück, Server und Notebooks sind um einiges teurer geworden.

    Der Trend zur Handelskanal-Treue setzt sich weiter fort, der Direktverkauf verliert weiterhin an Terrain und deckt nur noch 22% ab.

    Waren die wichtigsten Anbieter 1996 die grossen Verlierer, so lagen die Marktanteile sowohl der Top-3, der Top-5 und der Top-10 deutlich über demjenigen des Gesamtmarktes, womit sie im letzten Jahr zu den eigentlichen Gewinner zu zählen sind.

    Infolge erheblicher Marktverschiebungen innerhalb der wichtigsten Anbieter, stieg das Stückzahlenwachstum der fünf grössten Anbieter, die über den Handelskanal (Mainplayers) verkaufen um rund 43%, dasjenige der fünf grössten Direktanbieter lag mit 13% deutlich unter dem durchschnittlichen Wachstum, obwohl DELL, als neuer Top-5-Anbieter, mit hoher Stückzahlenzunahme auch zu diesen «Direkten» gezählt wird.

    Verlor der Homemarkt 1996 richtiggehend an Boden, was mit der Rezession erklärt wurde, so konnte er sich 1997 mit einem Stückzahlenwachstum von 18.6% wieder auffangen, obwohl die Top-3-Anbieter einen Rückgang von 6.4% zu vermelden haben. Aufgefangen wird der Gesamt-Home-Markt von einige Newcomern wie Fujitsu, Packard Bell und Maxdata und von einigen Assemblierern.

    Auch die Assemblierer konnten auf der Welle des hohen Marktwachstums erfolgreich mitreiten. Einmal stieg die Zahl der reinen Assemblierer von rund 500 auf gegen 800, auf der anderen Seite produzierten diese gemeinsam rund 157¹000 Einheiten, was einem Marktwachstum von 21.2% entspricht. Der Anteil am Gesamtmarkt verbesserte sich auch leicht um 0.4 Prozentpunkte auf 20.9%

Unterschiedliche Entwicklung der mittlere Systempreise und Umsätze

Der durchschnittliche End-User-Preis eines PC (Grundgerät mit Monitor, Tastatur und Betriebssystem) liegt bei 3Œ927 Franken (1996: 3Œ907 Franken), der Umsatz bei 2.953 Milliarden Franken. Der Wert in den einzelnen Kategorien (Desktop-Systeme, Server-Systeme und mobile Systeme) und Einsatzgebieten (Business-Segment und Home-Segment) hat sich sehr unterschiedlich entwickelt.
Das Home-Segment legte mit 36.1% auf 468 Millionen Franken zu. Der Durschnittspreis stieg dabei von 2Œ471 Franken auf 2Œ836 Franken, womit ein Wachstum von 14.8% resultiert. Sowohl der Umsatz (-3.2%) wie auch der Durschnittspreis (-17.1%) sind im Business-Segment zurückgegangen. Es wurden 1.473 Milliarden Franken umgesetzt und der Durchschnittspreis ging von 4Œ027 Franken auf 3Œ337 Franken zurück.
Der Gesamtumsatz, d.h. der Umsatz der Grundhardware, der Software, der Peripherie und der Add-On-Einheiten, ist gegenüber dem Vorjahr nochmals stärker angestiegen und liegt bei 2.347 Milliarden Franken. Für das gesamte PC-Umfeld resultierte 1997 ein um 20.5% höherer Wert als 1996, er liegt bei 5.3 Milliarden Franken.

Die wichtigsten Anbieter lassen die letztjährigen Markteinbussen vergessen

Die Analyse der Stückzahlen im Gesamtmarkt zeigt eine Wende zu den «alten Zuständen»: Die Top-15 konnten ihre Marktanteile wiederum um 4% gegenüber den Restanbieter steigern.
Die Detailanalyse über die einzelnen Marktsegmente sieht wie folgt aus:
Totalmarkt:
Die Top-3-Anbieter setzten 36.4% aller Geräte im Markt um, die Top-5-Anbieter erreichten einen Marktanteil von 46.1% die Top-8-Anbieter repräsentieren einen Marktanteil von 57.7% und die Top-10-Anbieter teilen 64.0% des Marktes unter sich auf.
Desktop-Systeme:
In dieser Kategorie konnten die Top-3-Anbieter 35.3% der Geräte im Markt umsetzen, die Top-5-Anbieter 45.5% und die Top-8-Anbieter 58.3%.
Mobile Systeme:
Die Top-3-Anbieter verzeichnten in dieser stark wachsenden Kategorie einen Marktanteil von 50.5%, die Top-5-Anbieter einen solchen von 69.5% und die Top-8-Anbieter gar 79.3%.
Server:
Die Top-3-Anbieter setzten 58.0% aller Geräte im Markt um und verzeichneten ein Wachstum von 33.7% und die Top-5-Anbieter kammen bereits auf 70.6%.

Der Homemarkt holte den verlorenen Boden von 1996 wieder auf

Der Home-Markt konnte sich auf der Basis der Stückzahlen um 18.6% verbessern und auf der Umsatzbasis sogar um 36.1%. Dies bedeutet einen Anstieg auf 164¹900 Einheiten im letzten Jahr. Vobis, die Nummer 1 in diesem Segment, verlor 11.4% an Stückzahlen. Das gleiche gilt für die Nummer 2 Microspot mit 18.4%. Compaq, die Nummer 3, konnte sich nach dem Rückschlag von 1996 wieder auffangen. Der Stückzahlen-zuwachs liegt bei 26.7%. Die Negativtendenz bei den Top-10 in diesem Marktsegment, auch Apple und Manor verloren in den Stückzahlen, wurde von einigen neuen «Players» mehr als kompensiert. So verzeich-neten Fujitsu, Packard Bell und Maxdata extreme Wachtstumsraten sowohl bei den Stückzahlen wie auch bei den Marktanteilsveränderungen.

Der Assemblierermarkt wächst überdurchschnittlich

Die detaillierte Untersuchung des Marktsegments PC«Made in Switzerland» zeigt, dass 157¹000 PC von gegen 800 Firmen in der Schweiz assembliert wurden. Der Marktanteil der «CH-Produktion» liegt gesamthaft bei 20.9%, bei den Desktop-Einheiten bei 23.6% und bei den mobilen Einheiten bei 8.0%. Das Stückzahlen-wachstum betrug bei den Assemblierern 21.1% und liegt deutlich über dem Gesamtmarktwachstum. Die Top-5 Assemblierer deckten dabei nur 28.7% und die Top-10 43.6% des gesamten Assemblierer-Marktes ab. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Stückzahlen der «Kleinen» deutlich zu.

© Robert Weiss Consulting 11.2.1998