Das Zustandsbild der PC-Branche hat sich 1996 gegenüber dem Vorjahr stark verändert. Der Markt zeigt eine bisher ungewohnte Sättigungstendenz, aber nicht alles ist mit der sonst feststellbaren Konsumzurückhaltung erklärbar.
Erstmals verlieren die wichtigsten Hersteller an Boden, was mit dem Rückzug aus den Billigstsegmenten erklärt werden kann. Im Gegenzug verstärken sie aber ihren Auftritt im Business-Segment, welches sich aus Clients (Desktop-Geräte, Minitower und Tower) und den erstmals getrennt erfassten echten Server-Systemen zusammensetzt. Der Verlust im Home-Bereich wiegt stückzahlenmässig aber stärker als der Gewinn im Business-Bereich. Dieser Wechsel führt weiter zu einem beträchtlichen Umsatzanstieg, da die Durchschnittspreise entsprechend höher liegen. Interessant ist vor allem, dass sich das Verhalten der Käufer weiter geändert hat: Supportleistungen, Beratung und Qualität sind immer mehr gefragt. Von diesem Umstand profitierten vor allem die kleineren Assemblierer, die den KMU-Markt als lukrative Marktlücke entdeckt haben. Als Solution-Provider suchen sie die Kundennähe und können so das notwendige Vertrauensverhältnis schaffen, das zur effizienten Lösung von Kundenproblemen dringend notwendig ist.
Die PC-Assemblierer in der Schweiz bauten rund 130'000 Geräte zusammen.

Der schweizerische PC-Markt ist, wie bereits im Vorjahr, durch sieben wichtige und entsprechend marktrelevante Fakten gekennzeichnet:

  • Das Stückzahlenwachstum ist gegenüber dem Vorjahr richtiggehend eingebrochen.
    Es liegt bei 3.9% gegenüber 12.3% in der Vorperiode.
    1996 wurden 633'000 neue Geräte in den Markt gebracht.
  • Der reine PC-Umsatz stieg um satte 15.4%, in Bezug auf die Systemgrundkonfigurationen entspricht dies einem Umsatz von 2.471 Milliarden Franken.
    Der mittlere Systempreis sowohl der Desktop-Systeme wie auch der mobilen Systeme stieg dabei beträchtlich an.
  • Der Trend zur Handelskanal-Treue setzt sich wiederum fort, der Direktverkauf verliert weiterhin an Terrain und deckt nur noch 30% ab.
  • Waren 1996 die wichtigsten Anbieter die grossen Gewinner, so verloren sowohl die Top-3, die Top-5, die Top-8 und auch die Top-10 an Marktanteilen. Nicht verwunderlich, dass der Anteil der Top-15 um 5 Prozent-Punkte auf 72% absank.
  • Infolge der starken Marktverschiebungen innerhalb der stärksten Anbieter stagnierte das Stückzahlenwachstum sowohl der Mainplayers (+ 0.1%) wie auch der Direktanbieter (+ 1.1%). Beide verloren an Marktanteilen, was einer eigentlichen Trendwende entspricht.
  • Boomte der Homemarkt 1995 richtiggehend und wurde als der Wachstumsmarkt schlechthin gesehen, so verlor er im letzten Jahr um 13.7 Prozent-Punkte oder um 22'000 Einheiten. In diesem Segment scheint sich die Rezession besonders bemerkbar zu machen.
  • Auch die Assemblierer bekamen den schärferen Wind zu spüren. Obwohl die Zahl der reinen Assemblierer von rund 350 auf 500 anstieg, reduzierte sich der Anteil am Gesamtmarkt von 22.5% auf 20.5%.

Untersuchungsgrundlagen

Im Weissbuch 97 wurde der Markt nach den gleichen Erhebungsgrundlagen wie in den Vorjahren ermittelt, somit sind aussagekräftige Vergleiche über die letzten Jahre möglich.
Nach wie vor bestehen unterschiedliche Möglichkeiten, im Schweizermarkt Zahlen über den PC-Absatz zu erheben. Als Informationslieferanten kommen Händler, Grossverteiler, Distributoren, Importeure, Hersteller, Assemblierer, Endbenutzer aus Klein-, Mittel- und Grossbetrieben, wie auch Privatleute und Grossanwender in Frage.
Verschiedene Marktuntersuchungsfirmen wie IDC, Dataquest, Infosource und IHA/Uni Freiburg erheben ihr Zahlenmaterial über den schweizerischen Informatikmarkt aus unterschiedlichen Quellen der oben erwähnten möglichen Datenlieferanten.
Je nach Bezugsgruppe entstehen aber auch unterschiedliche statistische Sicherheiten in Abhängigkeit des prozentualen Rücklaufs der Fragebogen und der extrapolierten Hochrechnungen auf den Gesamtmarkt.

Die vorliegende Studie, die das breite Marktsegment des Personal Computers untersucht, basiert auf den Angaben von Herstellern und Importeuren von traditionellen Marken, wie auch von weniger geläufigen Produkten.
Im Weissbuch 97 wird erstmals der reine Servermarkt im Detail erhoben. Bisher stellten die Server-Systeme immer einen Bestandteil des Desktop-Segmentes dar. Zudem wurde in diesem Report wiederum das wichtige Segment der CH-Assemblierer genauer untersucht. Nicht vergessen dürfen wir die verschiedenartigen Direktimporte, welche nicht nur infolge des Preisgefälles zu ausländischen Bezugsquellen getätigt wurden, sondern vielmehr auch aufgrund prekärer Lieferengpässe bei besonders gesuchten Modellen. Die Bedeutung des Graumarktes nimmt aber ständig ab. Vor allem auf der Apple-Seite ist seit der direkten Hersteller-Präsenz in unserem Markt ein Zusammenbruch des Graumarktes feststellbar, da die früheren Direktimporteure heute ihre Geräte bei der Apple Schweiz beziehen.

Eingebrochenes Stückzahlenwachstum deutet eine Marktsättigung an

Der gesamte PC-Markt Schweiz beläuft sich nach der vorliegenden Untersuchung auf rund 633'000 Geräte, die im letzten Jahr abgesetzt wurden. Dies entspricht einer ungewohnt geringen Stückzahlensteigerung von 3.9% gegenüber 1995. 1992 war mit 7.1% letztes Mal eine nur einstellige Zuwachsrate zu beobachten. Ansonst wurde die Branche immer mit zweistelligen Steigerungsraten verwöhnt. 1995 setzte man 609'000 PC im Markt ab, wobei eine Korrektur gegenüber dem Weissbuch 96 von 9'000 Einheiten notwendig war. Würde man von der unkorrigierten Zahl ausgehen (618'000 Einheiten), so läge der Marktzuwachs lediglich noch bei 2.4%.
Dass eine Marktsättigung zu beobachten ist, kann man aus diesen Tatsachen nicht von der Hand weisen. Das Wachstum mit 3.9% im CH-Markt liegt deutlich unter demjenigen des weltweiten Wachstums, welches je nach Untersuchungsquellen zwischen 12% und 20% betragen hat.
Die Unterteilung dieser PC nach den Kategorien der Desktop/Tower/Server-Systeme und der mobilen Systeme zeigt ein unterschiedliches Bild. So wurden 537'900 Desktop/Tower/Server-Systeme im Markt abgesetzt, was einer Steigerung von 3.6% gegenüber 1995 entspricht (1994/95: 17.0%). Die mobilen Systeme konnten dagegen etwas stärker zulegen, sie stiegen um 5.9 Prozent-Punkte auf 95'200 Geräte.
Unter einem PC wurden alle DOS-Geräte (exklusive Palmtops) und die Apple-Systeme erfasst. Die neue Generation der PDA (Apples Newton, Sharp, Amstrad, Psion, USRobotics usw.) fanden in diesen Zahlen keine Berücksichtigung, da weder Betriebssystem noch Prozessor unter die Kategorie PC fallen. Dies wird sich 1997 mit dem Aufkommen der Windows CE-Geräte allerdings ändern.
Werden die PowerPC-basierenden Systeme von Apple nicht berücksichtigt, so beläuft sich der reine DOS-Markt auf 583'300 Geräte, was einer Steigerung von 6.2% gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.
Bei den Desktop/Tower/Server-Systemen mit 495'900 abgesetzten DOS-Geräten lag die Veränderung bei 5.5%, bei den mobilen DOS-Systemen mit 87'400 verkauften Einheiten stieg das Stückzahlenwachstum um 10.2% an. Diese höheren Wachstumszahlen deuten an, dass Apple stärker an Marktanteilen verloren hat.

Im Gegensatz zu den Aussagen in Inseraten und Flyers mit Billigstangeboten stieg der mittlere Systempreis sowohl im Desktop- wie auch im mobilen Bereich

Da der durchschnittliche End-User-Preis eines PC (Gerät mit Monitor, Tastatur und Betriebssystem) nach der vorliegenden Untersuchung bei rund 3907 Franken liegt, kann der Umsatz auf 2.471 Milliarden Franken geschätzt werden. Die Umsatzsteigerung gegenüber 1995 beträgt stattliche 15.4%. Im Vorjahr war bei einer geringeren Stückzahl ein deutlich geringerer durchschnittlicher Systemwert von 3516 Franken (Umsatz 2.141 Milliarden Franken) zu beobachten. Die globale Preissteigerung über alle Systeme gerechnet lag bei 11.1%. Die hohe Umsatzsteigerung lässt sich mit dem hohen Anteil an höherpreisigen Pentium-PC und an sehr teuren Server-Systemen erklären. In der Periode 1994/95 sank der Durchschnittspreis noch um rund 3%. Erstmals ist überhaupt eine Steigerung des Durchschnittspreises festzustellen.
Der Gesamtumsatz, d.h. inklusive Software, Peripherie und Add-On-Einheiten ist gegenüber dem Vorjahr nochmals stärker angestiegen. 1996 wurden rund 4.4 Milliarden Franken für das PC-Umfeld ausgegeben (Wachstum Gesamtumsatz: 18.9%).
Immer noch wurden PC für den Einsatz von komplexen und ressourcenfressenden Windows-Oberflächen (Windows 95) und entsprechenden Applikationen massiv aufgerüstet (RAM und Harddisk). Neue Geräte sind bei der Auslieferung bereits so leistungsfähig ausgebaut, dass keine grossen Probleme mit den neusten Standardapplikationen feststellbar sind. Bei vorhandenen Geräten ist dies meist noch nicht der Fall, Kapazitäten von RAM und Harddisk sind ungenügend. Diese Komponenten werden deshalb oft ersetzt oder erweitert.
Einige der wichtigen Distributoren und Assemblierer verzeichnen einen grossen Zuwachs im Komponenten-Business, d.h. die Endbenutzer, Firmen wie Privatpersonen, rüsteten ihre Geräte selber um. Einige grosse Assemblierer sehen ihre Zukunft vermehrt in diesem lukrativen Geschäftsumfeld und drosseln aus Lohnkostenüberlegungen ihre PC-Produktionen ständig. Der forcierte Ausbau der Netzwerkstrukturen in den Unternehmungen hatte zur Folge, dass vor allem leistungsfähigere und teuerere Peripherie gekauft wurde. Der Multimedia-Einsatz führte weiter zu Investitionen in Video- und Sound-Karten, sowie in schnellere CD-ROM-Laufwerke, Lautsprechersysteme und Multimedia-Applikationen ab CD-ROM.
1996 konnten rund 470'000 CD-ROM-Laufwerke (interne und externe) im Markt abgesetzt werden, was einem Marktwachstum von 27% entspricht. Die installierte Basis stieg somit auf rund eine Million Geräte, wobei viele Ersatzkäufe (1x und 2x, teilweise bereits 4x werden durch 8x, 10x und im laufenden Jahr durch 12x bzw. 16x ersetzt) getätigt wurden. Bei der Auslieferung waren 332'000 PC (62% aller Desktop-Geräte, bzw. 93% aller Home-Geräte und 44% aller Business-Geräte) bereits mit einem CD-ROM-Laufwerk bestückt. Dazu kommen noch 138'000 Einheiten, die nachträglich eingebaut wurden oder als externe Einheiten im Einsatz stehen. Alle PowerMac-Geräte sind in der Grundkonfiguration bereits mit einem CD-ROM-Drive ausgerüstet. Der Internet-Boom löste zudem eine Kaufeuphorie im Modem-Segment aus. In 15% aller Geräte war bei der Auslieferung bereits ein Modem eingebaut, was rund 95'000 Modems entspricht. Bei den mobilen Systemen waren es 6%, bei den Desktop-Geräten rund 14%. Der Anteil im Business-Segment lag bei 7%, derjenige bei den Home-PC bei 40%. Der grösste Teil der rund 200¹000 verkauften Modems sind externe Zusatzgeräte oder PC-Card-Faxmodems. Auch hier fällt vor allem der Ersatzkauf von Geräten mit höheren Übertragungsgeschwindigkeiten (28¹800 ist heute die untere Schmerzgrenze) auf. Ende 1996 standen rund 400'000 Modems im Einsatz, bis Ende 1997 dürften es bereits 700'000 sein. Die Modem-Penetration lag Ende 1996 bei rund 14% und dürfte im laufenden Jahr auf bis 22% ansteigen.

Wachstum der Gesamtinstallationszahlen liegt deutlich über dem Marktwachstum

Werden die Zahlen der letzten Jahre, auch unter Berücksichtigung der in den Vorjahren entsorgten Geräte, aufkumuliert, so lässt sich errechnen, dass Anfangs 1997 in der Schweiz rund 2¹850¹000 PC irgendwo herumstanden, bzw. sich im Einsatz zu bewähren haben. Bei allen Berechnungen dieser Zahlen wird von einer jährlichen «Entsorgungsrate» von 10% ausgegangen. Die Anzahl der installierten PC beträgt nach diesen Berechnungskriterien 2¹850¹000 Einheiten. Das Wachstum der gesamten Basis an PC-Installationen liegt mit 16.3% deutlich höher als das durchschnittliche Marktwachstum des Gesamtmarktes mit 3.9%. Die Erklärung ist einfach: In der Schweiz stehen vor allem Computer aus dem oberen Leistungsspektrum im Einsatz,
weshalb immer weniger «minderwertige» PC ausgeschieden werden können. Mit diesem Umstand ist die zu beobachtende Marktsättigung erklärbar.
An den Arbeitsplätzen stehen rund 1¹400¹000 PC im Einsatz, womit beinahe jeder 2. Erwerbstätige einen Computer in seinem Arbeitsumfeld zur Verfügung hat. Geht man von 3¹000¹000 Erwerbstätigen aus, so kommen auf 1000 von ihnen doch rund 470 PC. Im letzten Jahr waren es noch 390 PC.
Gegenüber dem Vorjahr wird erstmals eine Aufteilung nach Arbeitsplatzsystemen und mobilen Geräten, beide im Business-Einsatz, vorgenommen. Die Analyse zeigt, dass an den Arbeitsplätzen ein Wachstum von 21.7%, d.h. ein Anstieg von 1¹150¹000 auf 1¹400¹000 Geräte, feststellbar ist. Das mobile Segment wächst mit 34.6% deutlich stärker. In Stückzahlen ausgedrückt bedeutet dies ein Anstieg von 260¹000 auf 350¹000 Einheiten. PC an Arbeitsplätzen decken rund die Hälfte (49.1%) der Installationsbasis ab.
Mobile Systeme haben eine viel längere Einsatzlebensdauer und somit eine kleinere «Entsorgungsrate». Der Anteil der mobilen Systeme an den Gesamtinstallationen beträgt 12.3%. Da vorab die Grossfirmen mit Ersatzinvestitionen sehr zurückhaltend waren, gelangten viel weniger ausgeschiedene PC in die gute Wohnstube. Weiter war ein eigentlicher Einbruch im Home-Markt (Wachstum: -13.7%), mit der allgemein schlechten Konsumstimmung, feststellbar. Diese beiden Tatsachen führten dazu, dass das Wachstum im Home-Segment auf der Basis der Installationen von 23.5% im Vorjahr auf 15.8% im letzten Jahr zurück ging. Stückzahlenmässig kamen somit unter Berücksichtigung einer 10%tigen Ausscheidung gerade nur 50¹000 Einheiten dazu. Die totalen 1¹100¹000 Home-Geräte entsprechen 38.6% der totalen Installationsbasis. Das Potential an PC im Heimeinsatz ist aber trotz diesem Einbruch noch lange nicht ausgeschöpft. Auf der einen Seite werden die neuen MMX-Systeme mit den beinahe unbegrenzten Multimedia-Möglichkeiten zu vermehrten Käufen beitragen. Auf der anderen Seite investieren die Grossfirmen 1997 Unsummen in neue PC-Arbeitsplätze (Office 97 unter Windows NT), womit wieder sehr viele Geräte den Weg vom Arbeitsplatz in den Wohnbereich finden werden.
Inklusive ältere Heimcomputer (Atari, Amiga usw.) und Videospiele ergeben sich somit 1¹800¹000 Computer (Wachstum: -2.7%). Nach wie vor steht somit in jeder 2. Haushaltung ein Computer. Bei den Video/Heimcomputern werden auch die portablen Videospiele, wie sie beispielsweise von Nintendo oder Sega angeboten werden, mitgezählt. Das Wachstum in diesem schwer zu untersuchenden bzw. abzuschätzenden Segment viel erstmals negativ (-12.5%) aus, da im Weissbuch 97 rund 100¹000 Videospiele und ältere Heimcomputer weniger Berücksichtigung fanden.

Der Trend zur Handelskanal-Treue setzt sich fort,
der Direktverkauf verliert nochmals an Terrain

70% der PC wurden über das weitgefächerte Händlernetz abgesetzt, der Rest von 30% wurde direkt verkauft. Der Trend zum Handelskanal setzt sich wie im Vorjahr weiterhin fort, ein Trend der sehr lange umgekehrte Vorzeichen aufwies. Die Werte lagen 1993 bei 61% zu 39% und 1994 bei 63% zu 37% um 1995 von 66% zu 34% zu wechseln.
Die detaillierte Stückzahlenanalyse zeigt, dass das Stückzahlenwachstum der Top-5 der Direktverkäufer wie Highscreen (Vobis), Microspot (Interdiscount), Mandax (Panatronic), DELL und Athena (Manor) mit 1.1% unter dem Gesamtmarktwachstum lag, was zwangsläufig zu einer Marktanteilsverminderung von 1%, von 17.1% (1995) auf 16.1% (1996) führte.
Noch gravierender ist die Situation bei den Top-5-Mainplayer im DOS-Markt (Compaq, IBM, AST, HP und DEC), deren Marktanteil sich um 2.7%, von 45.6% (1995) auf 42.9% (1996) verringerte, da das Stückzahlenwachstum bei nur 0.1% lag. Diese Werte wurden nach der Korrektur der 1995er-Zahlen von IBM (9¹000 Einheiten weniger), Vobis (4¹600 Einheiten mehr) und HP (3¹000 Palmtops weniger) errechnet. Seit 1993 konnten die Top-5 ihre Marktanteile immer gegenüber dem Vorjahr steigern, 1996 ist nun eine Kehrtwende feststellbar.
Die Analyse der Stückzahlen im Gesamtmarkt zeigt zudem eine weitere Trendwende. Vermochten die Top-15 in den letzten Jahren gegenüber den ³Restanbietern² ihre Marktanteile stetig zu verbessern, so ist im letzten Jahr erstmals ein Verlust zu verzeichnen. 1995 setzten die Top-15-Anbieter noch rund 77% aller PC im Markt ab. 1996 waren es nur noch 72%. Dieser Wert liegt um rund 5 Prozent-Punkte tiefer als im Vorjahr.
Die Top-3-Anbieter (Compaq, IBM und Apple) setzen 35.3% aller Geräte im Markt um, die Top-5-Anbieter (+ DEC und Vobis) deren 44.1%, die Top-8-Anbieter (+ HP, AST und DELL) 55.3% und die Top-10 (+ SNI und Microspot) vereinigen 62.0% auf sich. Alle vier Kategorien mussten aber einen Marktanteilsverlust zulassen. Auch bei den Desktop/Server-Systemen ist sowohl bei den Top-3 wie auch bei den Top-5 ein negatives Wachstum feststellbar. Im Gegensatz dazu konnten die wichtigsten Mobilgerätehersteller in allen vier Kategorien einen Marktzuwachs verzeichnen, bei den Top-3 (Compaq, IBM und Toshiba) liegt dieser bei rund 12%).

In der Schweiz assemblierten 1996
um die 700 Firmen rund 130¹000 PC

Die detaillierte Untersuchung des Assemblierer-Marktsegments zeigt, dass 130¹000 PC von gegen 500 Firmen in der Schweiz assembliert wurden. Weitere 200 Firmen sind als Veredler tätig, welche nur Zusatz-Komponenten und Software in halbgefertigten Systemen einsetzen. Diese Firmen werden nicht zu den eigentlichen Assemblierern gezählt. Der Marktanteil der «CH-Produktion» liegt gesamthaft bereits bei 20.5%, bei den Desktop-Einheiten bei 22.5% und bei den mobilen Einheiten bei 9.0%. Gegenüber dem Vorjahr sind ein Stückzahlenverlust von -6.9% in Bezug auf das Totalwachstum und -9.1% bei den Desktop-Systemen feststellbar. Das mobile Segment weist ein positives Wachstum von rund 24.6% auf. Das mobile Segment scheint für Assembling immer interessanter zu werden, da hier höhere Margen erzielt werden können.
Die wichtigsten Assemblierer sind Panatronic (Mandax), Manor (Athena) Micro Control (ARC und OEM) TopD (Avance), A&O (A&O), Primacom (LAN, Primacom deponierte Ende Jahr die Bilanz), Rotronic (Mitac), Jet Computer (JET und OEM), DM Electronics (DM) und Info Spot (Speedpro). Die meisten der CH-Produzenten fertigen allerdings nur kleinere Stückzahlen. Diese Geräte werden auf Kundenwunsch hin zusammengebaut und lösungsorientiert fertigkonfiguriert. Mit solchen Geräten, eingebunden in ein Support- und Wartungs-Paket lassen sich deutlich höhere Margen rechtfertigen als beim PC ab der Stange. Wen wundert es, dass auch viele Fachhändler zu Hinterzimmer-Assemblierer geworden sind oder vermehrt Firmen in ihren IC (PC-Supportstelle) «Fertigungsstrassen» aufbauen, die ständige Zunahme der Assembliererzahl zeugt von dieser Entwicklung. Der Marktrückgang ist vor allem auf die aggressiven Preissenkungen seitens der direkten Anbietern, allen voran Vobis, zurückzuführen. Mit den dadurch immer stärker sinkenden Margen kann eine grössere Produktion, die sich ausschliesslich den Assemblieren widmet, in einem Hochlohnland nicht mehr gerechtfertigt werde.

Compaq und Apple verlieren ­ IBM legt leicht zu ­
DEC, Vobis, HP und DELL holen auf

Marktleader im totalen PC-Markt ist unangefochten Compaq mit einem stückzahlenmässigen Marktanteil von 17.8%, gefolgt von IBM mit 9.6% und Apple mit 7.9%. Sowohl Compaq wie auch Apple verlieren sowohl im Stückzahlen-, wie auch im Marktanteilsbereich. Der Marktanteilsverlust liegt bei Compaq bei 8.8% oder 1.7 Prozent-Punkten und bei Apple bei 19.5% bzw. bei 1.9 Prozent-Punkten. Von den Top-3 hat nur IBM zugelegt. Das Stückzahlenwachstum von IBM lag bei 8.9%, was einer Marktanteilssteigerung von 4.8% entspricht. Diese Steigerung ist auf eine Korrektur der Vorjahreswerte nach unten zurückzuführen. Ohne diese Korrektur müsste auch IBM einen Stückzahlenverlust von rund 6.1% hinnehmen. Der Rückgang bei Compaq ist mit dem stark reduzierten Engagement im billigen Home-Bereich zu erklären, wo rund 12¹000 Einheiten weniger abgesetzt wurden, woraus ein Marktanteilsverlust im Home-Segment von rund 46% resultiert. Die Verstärkung der Aktivitäten im Business-Bereich führten aber zum gewünschten Erfolg: Der Marktanteil veränderte sich unter der Berücksichtigung der Server-Zahlen um 3.4% von 20.3% auf 21.0%, was einemStückzahlenwachstum von 14.9% entspricht. IBM legte in bezug auf die Stückzahlen in diesem Segment (inkl. Server) um 13.3%, Apple um 8.6%, DEC um 22.0% und HP um 19.5% zu.
Im Home-Bereich verloren neben Compaq auch Apple (-26.1%), IBM (-7.5%) und mit Interdiscount (-16.4%) auch ein klassischer Home-Anbieter. Interdiscount mit dem Label Microspot verlor in den Top-10 mit 29.4% am meisten Marktanteile, was 1.4 Prozent-Punkten entspricht.
Der Verlust von Apple ist vor allem auf die angestrebten Bereinigungen im Graumarkt zurückzuführen. Das Resultat dieser Bemühungen manifestiert sich in einem deutlichen Anteilsrückgang der ³Grauen² von 23.5% (1995) auf 11.6% im letzten Jahr.
Die Gewinner sind DEC mit 21.3% Stückzahlenwachstum (Marktanteilssteigerung: 16.7%), HP mit 17.8% Stückzahlenwachstum (Marktanteilssteigerung: 13.9%), DELL mit 37.2% Stückzahlenwachstum (Marktanteilssteigerung: 32.0%) und Vobis dank neuen Verkaufspunkten (Migros) mit 14.9% Stückzahlenwachstum (Marktanteilssteigerung: 10.6%).
Gewinner im Desktop-Segment sind neben den oben erwähnten Anbietern auch SNI mit einer Marktanteilsverbesserung von 14.7%. Bei den mobilen Systemen legten vor allem Toshiba (Marktanteilswachstum von 42.2% oder 3.9 Prozent-Punkte) und Texas Instruments (Marktanteilswachstum von 51.9% oder 2.8 Prozent-Punkte) zu. Sowohl Compaq (-15.7%) wie auch Apple (-30.1%) und AST (-39.0%) verloren in diesem Segment recht deutlich.

Im laufenden Jahr ist in der Schweiz mit einem Stückzahlenwachstum von rund 3% zu rechnen, was rund 650¹000 PC entsprechen dürfte. Der Trend zu den Mainplayers wird sich wieder verstärken, da seitens der Mittel- und Grossfirmen bereits ein grosser Ersatzbedarf an neuen PC signalisiert wurde. Mit dem Einsatz von Office 97 im NT-Umfeld wird eine massive Investitionsrunde für neue Hardware und Software aber auch für die notwendige Ausbildung eingeläutet.